How to: Schlechte Nachrichten

“Nothing travels faster than the speed of light with the possible exception of bad news, which obeys its own special laws. The Hingefreel people of Arkintoofle Minor did try to build spaceships that were powered by bad news but they didn’t work particularly well and were so extremely unwelcome whenever they arrived anywhere that there wasn’t really any point in being there.” – Douglas Adams

Letzte Woche war es mal wieder so weit: Es gab schlechte Nachrichten für mich. Man gewöhnt sich nie daran, aber man entwickelt mit den Jahren schon Präferenzen, wie, wann und wo man sie überbracht bekommt.

Viele, die das erste Mal in so einer Situation stecken, wissen nicht, wie sie so eine Nachricht überbringen sollen. Hier ein paar Tipps, die natürlich rein subjektiv sind, aber vielleicht zum Nachdenken anregen und eine kleine Hilfestellung für die Zukunft bieten:

Wir haben uns alle an eine mehrheitliche Kommunikation über Handys gewöhnt, aber bei schlechten Nachrichten sollte man es durchaus erstmal auf dem Festnetztelefon versuchen.
Das Warum liegt auf der Hand: Der Angerufene ist auf jeden Fall zu Hause und nicht irgendwo unterwegs. In der Öffentlichkeit in Tränen auszubrechen ist mehr als unangenehm und so ist man wenigstens in seinen eigenen vier Wänden, auch wenn das die Nachricht selbst selten erträglicher macht.

Muss man doch zum Handy greifen, sollte man anrufen und eventuell fragen, wo sich der Empfänger gerade befindet. Beim besten Freund zu Hause ist ein recht glücklicher Zustand, kurz davor wieder in ein Kundenmeeting zu gehen oder mitten beim Feierabendbier mit Kollegen – not so much.

Wenn man nicht anrufen kann, sollte man von einer Facebook Nachricht oder einer SMS absehen. Zumindest sollte man die Nachricht nicht direkt in die SMS schreiben. Ein „Ruf mich bitte sofort an, wenn du das liest.“ Wird bei den meisten kaum ignoriert werden und die Leute, die Erfahrungen mit solchen Nachrichten haben, werden sich aus Reflex ein ruhiges Plätzchen suchen.

Eine Nachricht lässt den Leser mit der direkten Nachricht auch fürchterlich alleine. Man kann keine Rückfragen stellen oder direkt mit dem Überbringer über das Thema reden. Denn glaubt mir, schreiben will nach so einer Nachricht so gut wie keiner mehr.
Außerdem bekommt man eine schlechte Nachricht nur einmal gesagt, kann sie aber immer und immer wieder nachlesen, wenn man sie geschickt bekommt.

Schlechte Nachrichten sollten auf jeden Fall zeitnah überbracht werden. Bekommt die betroffene Person etwas über drei Ecken mit oder muss einem Gerücht nachgehen, macht das alles nur noch schlimmer.

Man selbst sollte sich auf die Situation einstellen. Rumdrucksen macht alles nur schlimmer und auch die Worte sollten gut gewählt sein. Man kann bei sowas niemanden in Watte packen, aber man muss auch nicht die verbale Keule schwingen.

Psychisch labilen Personen sollte man die Nachricht möglichst persönlich überbringen oder anbieten am Abend noch vorbei zu kommen. Kann man selber nicht da sein, sollte man eventuell andere Freunde ansprechen, ob diese sich bei der Person melden oder vorbeifahren können.

Wichtig ist auch allgemein Hilfe anzubieten ohne sich aufzudrängen und Emotionen zu zeigen ohne selbst dabei zusammenzubrechen.

Das alles ist natürlich kaum einhaltbar, wenn man selbst als Überbringer von der Nachricht betroffen ist. Deswegen ist es wichtig, sich auf jeden Fall zu beruhigen, bevor man andere informiert.

Das alles hört sich jetzt so einfach an, das ist es nicht und das weiß ich auch. Trotzdem denke ich, dass man versuchen sollte ein paar dieser Dinge zu beherzigen.
Und was man in dem Moment meiner Meinung nach ausnahmsweise mal nicht sagen sollte ist „Alles wird gut!“ Aber man sollte es sich selbst auf jeden Fall denken um etwas zum Festhalten zu haben.

Was sind für Euch sonst No Gos bei der Nachrichtenübermittlung?

UPDATE 11:48: Per Twitter trudelte von @cafeclia noch der Hinweis ein, dass Nachrichten nicht von unbeteiligten Dritten, wie einer Sekretärin, überbracht werden sollten.

 

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