There’s no place like home.

Katja fragt zur Zeit in ihrer Blogparade: Was ist Eure Heimat? Auf den letzten Drücker hier nun auch ein paar meiner Gedanken dazu:

Aufgewachsen bin ich in einer wunderschönen Altbauwohnung in Berlin Friedenau. Hohe Decken, große Fenster, knarzendes Parkett. Ein ruhiger Hinterhof, in dem ich als Kind ständig gespielt habe, als Gegensatz zu der viel befahrenen Straße nach vorne raus. In unserem Flur gab es einen Hängeboden, der staubig und duster war und auf den man nur durch eine Luke in unserem Wandschrank klettern konnte. Der Hängeboden war mein kleines Narnia. Dorthin zog ich mich zurück, wenn ich vor irgendetwas Angst hatte oder einfach meine Ruhe wollte.

Diese Wohnung war meine Festung. Der Ort an dem ich mich am allersichersten auf der ganzen  Welt fühlte. Wir zogen aus als ich 13 war und ich war der festen Überzeugung, ich würde mich nie wieder irgendwo zu Hause fühlen.

Und ein bisschen ist es auch so gekommen. Eine bloße Wohnung oder ein Haus, konnten mir nie wieder die Sicherheit geben, wie es unsere alte getan hatte.

Wir zogen in ein Haus am Stadtrand, das gruseliger kaum hätte sein können, mit einem Garten raus zum ehemaligen Grenzstreifen. Dort war ich nach meinem Gefühl immer nur Gast. Ein heimatliches Wohlbehagen stellte sich nie ein.

So blieb ich dort auch nicht lange und zog recht schnell in mein eigenes Reich, zurück in die Stadtmitte. Hier lernte ich, dass auch eine eigene Wohnung nicht unbedingt heißt, dass das Gefühl von Heimat mit dem Einzug kommt. Danach gab ich es auf, mir über dieses Thema zu viele Gedanken zu machen, da eine bewusste Heimatlosigkeit nicht unbedingt erheiternd ist.

Ich zog nach Weiterstadt, nach Darmstadt und nochmal ans andere Ende der Innenstadt. Das Gefühl, ein zu Hause zu haben, stellte sich aber in keiner meiner Wohnungen ein. Es kam genau in dem Moment zurück, als meine Mutter sich entschied, sich eine eigene kleine Wohnung im Zentrum Berlins zu nehmen. Ganz alleine errichtete sie wieder einen Ort, der Sicherheit bietet, einen Ort, an dem man immer willkommen ist. Die Wohnung ist hell freundlich und kuschelig. Der perfekte Ort um zur Ruhe zu kommen und wo immer jemand da ist, der dich lieb hat.

Und ich denke genau da haben wir auch schon den Kern erreicht. Heimat sind nicht die vier Wände in denen wir wohnen, kein Gebäude. Heimat ist das Gefühl von Sicherheit, Geborgenheit, Liebe und Erinnerungen.

Das ist auch der Grund, dass wir, wenn es uns schlecht geht und wir uns irgendwie verloren fühlen, alle gerne die Fähigkeit besitzen würden, schnurstracks nach Hause zu kommen, wo jemand uns mit offenen Armen erwartet, indem wir einfach nur die Hacken zusammen schlagen und sagen „Es ist nirgends so schön wie zu Hause – there’s no place like home“.

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3 Antworten zu There’s no place like home.

  1. Pingback: Blogparade: Was ist Eure Heimat? | KatjaWenk.de

  2. alexschnapper schreibt:

    Sehr schön geschrieben. Und vieles auch für jede/n in der Erinnerung abrufbar. Musste spontan an Rückzugsorte aus meiner Kindheit erinnern… 😉

  3. Pingback: Ganz viel Heimat: Das Fazit zur Blogparade | Katja bloggt

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